SozialMarie, Preis für innovative Sozialprojekte

Preisskulptur SozialMarie von Manfred Wakolbinger

SozialMarie 2008 PreisträgerInnen

1. Preis
living books – die ’Lebende Bibliothek’ (Wien)
Projektzusammenfassung: ’Lebende Bücher’ verkör pern Rollen wie AsylwerberInnen, PolizistInnen, MuslimInnen, JüdInnen, also spezielle Frauen und spezielle Männer, die Vorurteile und Stereotypen bei den LeserInnen auslösen, und stehen für Fragen und Antworten zur Verfügung – eine flexible, niederschwellige und integrative Dialogveranstaltung im öffentlichen Raum für alle, die schon immer mit Büchern reden wollten, statt sie lesen zu müssen.
Würdigung und Begründung der Jury: Menschen können sich in Ruhe, schnell und spielerisch mit ihren eigenen Klischees auseinandersetzen. Die ’lebende Bibliothek’ passt sich an den jeweiligen (öffentlichen) Raum an, öffnet ihn für einen ’interkulturellen’ Dialog im weitesten Sinne, entwickelt damit ihre methodische Lebendigkeit weiter. Bestechend wie Begegnung in Diversität provokativ-sensibel-leicht angeboten werden kann: Wertschätzung, Offenheit, Interesse ohne ÜberzeugenWollen erleichtert – auch in Folge? – das Leben…
Ansprechperson: Christian Hortulany
Telefon: 0699/19600100
E-Mail: c.hortulany@livingbooks.at


2. Preis
SBS – Small Business Starter der Justizanstalt Suben (Oberösterreich)

Projektzusammenfassung: Eine Gruppe von zehn Strafgefangenen aus Schwarzafrika, die nach der Haft das Bundesgebiet verlassen müssen, erwerben während zehn Monaten in fünf anstaltseigenen Handwerksbetrieben praktische Fähigkeiten mit anschließender Weiterbeschäftigung im favorisierten Handwerk, begleitet vom Erlernen der deutschen Sprache, Staatsbürgerkunde, wirtschaftlichem Rechnen, EDV. Sie sollen damit in ihren Herkunftsländern auf einer guten qualifikatorischen Basis ihren Lebensunterhalt bestreiten können, zB indem sie in Eigenregie ein kleines Unternehmen aufbauen…
Würdigung und Begründung der Jury: Eine gesellschaftlich nicht gerade hoch geachtete Zielgruppe – schwarz, straffällig, abzuschieben – erfährt mit und in diesem ‚eingeschlossenen’ Projekt eine spezielle Wertschätzung. Eine notwendigerweise rigide Struktur zeigt erfrischend kreativen Pragmatismus im Umgang mit konkret beobachtetem Bedarf. Hohe Motivation sowohl bei den Projektbetreibern als auch bei den im Projekt lernenden und arbeitenden Insassen dankt es. Wir wünschen Nachhaltigkeit und weitere Verbreitung der ausgezeichneten Idee.
Ansprechperson: Obstlt. Gerd Katzelsberger, DSA Markus Friedl
Telefon: 07711-2311-202 (M.Friedl -223)
E-Mail: gerd.katzelsberger@justiz.gv.at


3. Preis
Roma Help Roma (Ungarn)

Projektzusammenfassung: 20 Primärschulen in benachteiligten Regionen in Ungarn sind Zentrum dieses Projekts: 35 sog. Roma-KoordinatorInnen aus der Roma-Community vor Ort können mit Hilfe von zwei LehrerInnen als MentorInnen Matura machen, erwerben kultur-ethnologische und pädagogische Kenntnisse und arbeiten an der Schule als MittlerInnen zwischen den LehrerInnen, den (Roma)SchülerInnen, deren Familien und der Kommune. Sowohl LehrerInnen als auch die MitarbeiterInnen der Kommunalverwaltung kommen zudem in den Genuss von interkulturellen und integrativen sensitivity-trainings. Die Roma-KoordinatorInnen sollen auf Dauer installiert werden – zum Nutzen der gesamten lokalen Community.
Würdigung und Begründung der Jury: In einem vielschichtigen Ansatz werden Roma und Nicht-Roma mit dem, was sie nicht sehen (wollen), provoziert. Schwerpunkt liegt auf dem personenorientierten, kontextbezogenen Training, die Roma-KoordinatorInnen, die es geschafft haben, dienen als Vorbild für die SchülerInnen, doch wird auch die gesamte lokale Community in ihrer Entwicklung unterstützt. Das Projekt verknüpft erfolgreich Bildung, Arbeit und interkulturellen Dialog. Es wird bereits lokal weitergeführt. Wir hoffen in großem Ausmaß.
Ansprechperson: Sára Pap
Telefon: +36/+36/306263511
E-Mail: papsara@ecpec.hu

 

1000 Euro Preise (in alphabethischer Reihenfolge)


CD – Neue Rechte für Gehörlose (Wien)
Projektzusammenfassung: Für Gehörlose relevante Gesetze, deren praktische Konsequenzen und rechtliche Möglichkeiten wurden in die Österreichische Gebärdensprache übersetzt, die Muttersprache der gehörlosen oder schwersthörigen Menschen, seit 2005 in Österreich als eigene Sprache anerkannt. Die DVD ist praktischer Ratgeber, gleichzeitig dient sie (den Diskriminierungsbeauftragten des Österreichischen Gehörlosenbundes) als Aufklärungswerkzeug und gemeinsam mit den seit 2004 herausgegebenen Diskriminierungsberichten dem Diskriminierungsschutz.
Würdigung und Begründung der Jury: Das Projekt kombiniert praktische Hilfe für eine fast lautlos marginalisierte Bevölkerungsgruppe, Bewusstseinsarbeit, politischen Lobbyismus und die Förderung des Dialogs zwischen den Hörenden und den Gehörlosen. Es hat – gepaart mit den Diskriminierungsberichten – eine auch internationale Vorbildwirkung, ist Selbsthilfe in professioneller Form, und auf Nachahmung und Erweiterung angelegt.
Ansprechperson: Mag.a Helene Jarmer / Frau Sabine Czasch
Telefon: 01/6030853
E-Mail: h.jarmer@oeglb.at / s.czasch@oegsbarrierefrei.at


Frauen-Rechtsschutz (Wien)
Projektzusammenfassung: Frauen und Kinder werden in frauenspezifischen rechtlichen Verfahren in ganz Österreich bei der Durchsetzung ihrer Rechte unterstützt – finanziell und mit einer kompetenten Rechtsvertretung. In ‚Musterverfahren’ (2007: 17 von 27) soll überdies die Rechtsordnung insgesamt frauenpolitisch umgestaltet werden. Dies gilt auch für Beschwerden bei internationalen Gremien, zB wurde die Republik Österreich 2007 vom UN-Frauenrechtskomitee für den Tod zweier Frauen, die von ihren jeweiligen Ehemännern umgebracht wurden, wegen mangelnder Sorgfalt der Polizei- und Justizorgane beim Schutz der Frauen mitverantwortlich gemacht.
Würdigung und Begründung der Jury: In einzigartiger Weise schließt das Projekt gegen Frauen wirkende Lücken im Rechtssystem mit dem Ziel sowohl den jeweiligen Betroffenen als auch den Frauen insgesamt den Anspruch auf gleiches Recht zu sichern. Frauenpolitische Themen werden juristisch bearbeitet und dadurch politisch relevant, Rechtssprechung zum Vorteil von Frauen wird forciert. Konkrete Lösungsorientierung ist gepaart mit gesellschaftlicher Sensibilisierung, gut organisiert, professionell vernetzt, kompetent und dauerhaft engagiert.
Ansprechperson: Dr.in Anna Sporrer / Mag.a Bettina Gamperling
Telefon: 01/5221557
E-Mail: anna.sporrer@frauenrechtsschutz.at


gabarage upcycling design (Wien)
Projektzusammenfassung: Der sozialökonomische Betrieb bietet ehemaligen jungen Drogenabhängigen in einem hippen Marktsegment eine attraktive Beschäftigungsmöglichkeit: aus Abfallmaterialen von Industrie- und Gewerbebetrieben wird auf ökologischer Basis kreative DesignerWare hergestellt, die sich ausnehmend gut verkauft.
Würdigung und Begründung der Jury: Ökologie und Design verbindet sich ausgezeichnet und öffentlichkeitswirksam mit (Arbeits)Integration von ehemals drogenabhängigen Jugendlichen. Professionelles Management, relevante Kontakte, gute Vernetzung hilft bei der Entstigmatisierung der jungen Leute aus dem Drogenmilieu. Jung, erfolgreich, trendy – und dadurch irritierend.
Ansprechperson: Elke Slemenik
Telefon: 01/5857632
E-Mail: elke.slemenik@gabarage.at


MAGDALA – Hilfe den Opfern des Menschenhandels und der Zwangsprostitution (Tschechien)
Projektzusammenfassung: Opfern von Menschenhandel, Zwangsprostitution und häuslicher Gewalt wird mit einem abgestuften, weitgefassten Angebot geholfen: erreicht werden die Frauen im österreichisch-tschechischen Grenzgebiet über Streetwork und einem Nonstop-Hilfstelefon; sie können in Folge auf eine permanente Anlaufstelle mit Krisenintervention und geschütztem Wohnen mit Ausstiegshilfe (persönliche Sozialassistentin, Alltagsunterstützung, Arbeitssuche, Qualifizierung) zurückgreifen.
Würdigung und Begründung der Jury: Einer marginalisierten und stigmatisierten Zielgruppe wird problemadäquat und situationssensibel Unterstützung angeboten - die Frau entscheidet selbst, wie und wie viel sie dieses Angebot nutzen will, sie erteilt den Auftrag. Durch die gleichzeitige Sensibilisierungsarbeit, insbesondere in Schulen, wird der Kontext erweitert, er reicht wohl bis nach Österreich.
Ansprechperson: Kamila Smcová
Telefon: 0042 0737 230848
E-Mail: Srncova.Kamila@seznam.cz


Mein Körper gehört mir (Steiermark)
Projektzusammenfassung: „Mein Körper gehört mir“ ist ein theaterpädagogisches Projekt gegen sexuellen Kindesmissbrauch für die 3. und 4. Klassen Volksschule, das – ausgehend von Deutschland – mittlerweile jährlich 150 bis 200 Schulen österreichweit erreicht; zuerst wird mit den Eltern und LehrerInnen gearbeitet, dann in drei Phasen mit den SchülerInnen.
Würdigung und Begründung der Jury: Das Projekt kommt zu den Schulen, leicht verständliche Alltagsszenen laden die Kinder zur Mitgestaltung ein: mobil und interaktiv werden Kinder als Wahrnehmende ernst genommen und sollen sich selbst ernst nehmen – der beste Schutz vor Missbrauch. Kriminalprävention von der besten Sorte.
Ansprechperson: Günther Ebenschweiger
Telefon: 0316 / 72 24 24
E-Mail: g.ebenschweiger@aon.at


Nahversorger-Minimarkt im Salzkammergut (Oberösterreich)
Projektzusammenfassung: Vier Minimärkte im Salzkammergut schaffen und sichern für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen Nahversorgung mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs incl. Zustellservice und zT mobilem Service in Altenheimen; gleichzeitig bieten sie jungen Menschen mit psychosozialer Beeinträchtigung Lehrausbildungen sowie Menschen mit sozialpsychiatrischem Hintergrund Beschäftigung.
Würdigung und Begründung der Jury: Eine gelungene Kombination von Nahversorgung im ländlichen Raum und Entstigmatisierung von Menschen mit sozialen bzw. psychischen handicaps. Lokal verankert, verschiedene Bedürfnisse und Bedarfe abdeckend, mit dem Angebot an die jeweiligen Fähigkeiten angepasst, mehrfach entstigmatisierend, konkret und zukunftsweisend. Das Projekt findet bereits NachahmerInnen, hoffentlich noch vielfach.
Ansprechperson: Mag. Hans Neußer-Harringer
Telefon: 07612/76939 oder 0664/5233722
E-Mail: neusser-harringerh@promenteooe.at


Retextil Program (Ungarn)
Projektzusammenfassung: "Retextil" ist ein komplexes Angebot ausgehend von Pécs: Beschäftigung, Rehabilitation und Lehre für Menschen mit insb. psychischen Behinderungen. "Retextil" ist eine Technik: aus Textilabfall entstehen kreative Handwerksprodukte. "Retextil" ist eine sozial-therapeutische Methode: das Herstellen von sinnvollen Produkten in Gemeinschaft weckt bislang unentdeckte Fähigkeiten. "Retextil" ist öffentlicher Raum: die Produkte werden an kommunalen Orten wie Schulen, Krankenhäuser, Altenheimen "installiert", die EinwohnerInnen trainiert
Würdigung und Begründung der Jury: Auffallend die Kombination von Recycling, Rehabilitation und Kommunalentwicklung unter dem Dach der Kunst. Menschen mit handicaps, normalerweise gesellschaftlich marginalisiert, werden für die community "profitabel": sie stellen ökologisch-künstlerisch Wertvolles und Praktisches her und treten damit auch noch in den Raum… Der Blick der NichtBehinderten ändert sich. Ein vielschichtiges, wertschätzendes, national und international ausstrahlendes Projekt.
Ansprechperson: Angéla Thiesz
Telefon: +36-70-7758590
E-Mail: retextil@gmail.com


Schiffrenovierungsprojekt "Traisen" (Oberösterreich)
Projektzusammenfassung: Auf einem Schiff lernen junge und ältere Beschäftigungslose voneinander und von haupt- und ehrenamtlichen Fachleuten. Zwei Jahre lang renovieren und improvisieren sie gemeinsam auf und um das Deck des ehemaligen DDSG-Motorzugschiffes "Traisen", damit dieses während des Kulturhauptstadtjahres Linz 2009 und darüber hinaus als Veranstaltungs- und Zugschiff (im doppelten Wortsinn) einsatzbereit ist. Die vielfältigen Aufgaben und Tätigkeitsbereiche während der Schiffsrenovierung sollen Qualifizierungs- und Beschäftigungsbrücke sein. Und die "Traisen" wird in Folge Arbeitsprozess und Arbeitsergebnis von ansonsten gesellschaftliche marginalisierten Gruppen sichtbar transportieren.
Würdigung und Begründung der Jury: Die Idee, ein altes Schiff, ein Symbol für "Ausgedientes" und "Abgeschriebenes", wieder flott zu machen, besticht. Als konkreter, begrenzter und vielfältiger Arbeits- und Schulungsplatz gibt das zu renovierende Schiff Raum für Auseinandersetzung zwischen Generationen, kann die Potentiale der dort Arbeitenden gut bündeln und zeigt als Kulturgut und Eventschiff in Folge die Geschichten jener, die drohten aus der Gesellschaft rauszufallen. Auf dass sie das öffentliche (Kultur)Bewusstsein bereichern… Die "Traisen" mit ihrem hochmotivierten Team zeigt Wirkung, andere Schiffe wollen sich ein Beispiel nehmen.
Ansprechperson: Anton Pramreiter
Telefon: 0664/1118347
E-Mail: anton.pramreiter@fab.at


Sicher Mobil mit Handicap – Anonyme Überprüfung der Fahrtauglichkeit (Oberösterreich)
Projektzusammenfassung: Vertrauliche Abklärung der Fahrtauglichkeit von Menschen mit physischen und/oder psychischen Beeinträchtigungen in ihrem Heimatbundesland – abseits der für diese Personengruppe unpassenden gesetzlichen Normwerte – soll einerseits die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleisten und andererseits den Menschen nach dem Auftreten einer Beeinträchtigung eine Chance geben, ihre Mobilität so weit wie möglich wiederzuerlangen.
Würdigung und Begründung der Jury: Dieses einzigartige Angebot hilft Menschen mit physischen und/oder psychischen Beeinträchtigungen, im Vorfeld eines behördlichen Verfahrens ihre Fahrtauglichkeit auf ihre Bedarfe angepasst zu überprüfen – dies nützt ihrer eigenen sicheren Mobilität und erhöht die Verkehrssicherheit. Auf einen konkreten Bedarf ohne Lobby wird konkret und professionell reagiert, mit politischem Anspruch: die gesetzlich vorgesehene verkehrspsychologische Überprüfung soll für diese Zielgruppe auf den in diesem Projekt erhobenen Normwerten basieren incl. verpflichtender spezieller Fahrprobe.
Ansprechperson: Edith Grünseis-Pacher
Telefon: 0664/2133042
E-Mail: gruenseis-pacher@clubmobil.at


"Spinnst Du"? – Menschen mit Behinderung machen Mode, Kunst & Kultur (Niederösterreich)
Projektzusammenfassung: Menschen mit Behinderungen im ländlichen Umfeld des grenznahen Waldviertels wird seit 2006 künstlerischer und kultureller Raum gegeben – durch Modeschauen und künstlerische Improvisationen (Tanz, Pantomime, Musik, etc.). Professionell von regional tätigen KünstlerInnen begleitet, zeigen sie sich und ihre Werke in der Öffentlichkeit.
Würdigung und Begründung der Jury: Durchschnittsmenschen werden in ungewöhnlicher Weise Menschen mit Behinderungen ausgesetzt, durch sie provoziert, beeindruckt, angeregt. Das Projekt dringt auf unbehindertes Terrain vor. So muss Auseinandersetzung um Integration, Aus- und Eingrenzung, Innen-Außen, normaler und behinderter Normalität entstehen. Menschen mit besonderen Bedürfnissen werden zu Menschen mit besonderen Fähigkeiten – wunderbar.
Ansprechperson: Gudrun Schrenk-Camara
Telefon: 02858 3395 oder 0676 9632708
E-Mail: gudrun.schrenk@aon.at


The multicultural rural community centre for migrants in Rakovice (Czech Republic)

Multi-kulturelles Gemeinschaftszentrum für MigrantInnen in Rakovice (Tschechien)

Projektzusammenfassung: Ein Gemeinschaftszentrum wird in einem ehemaligen Schlosshof von MigrantInnen, die in einem urbanen Milieu (Prag) leb(t)en, gemeinsam mit Einheimischen renoviert und erhalten. In Südböhmen, mitten auf dem Land, entsteht so ein Treffpunkt für MigrantInnen und Einheimische. MigrantInnen, Eltern und Kinder, insb. sozial schwache und geflüchtete, können Ausruhen und Lernen, Lehren und Arbeiten. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung finden sich interkulturelle Kurse, Freizeitaktivitäten, Sprachkurse, psychosozial-therapeutische Angebote, landwirtschaftliche Aktivitäten, …
Würdigung und Begründung der Jury: In dörflichem Umfeld wird ein Kommunikationsort gemeinsam erschaffen. Mitten am Land begegnen sich verschiedene Kulturen, migrantische und lokale, als – weithin – sichtbarer Ausdruck von Zusammenarbeit und Gemeinsamkeit. MigrantInnen werden zu GestalterInnen ihrer Möglichkeiten, können ihre Ressourcen zur Verfügung stellen, werden nicht behandelt sondern handeln. Einheimische arbeiten mit, so entsteht ein interkulturelles Miteinander rund um etwas Angreifbares, etwas Herzeigbares.
Ansprechperson: Eva Dohnalova
Telefon: 00420736632002
E-Mail: Eva.dohnalova@caritas-vos.cz


Women from Africa. Identity, Rehabilitation and Care. (Hungary)
Frauen aus Afrika. Identität, Rehabilitation und Betreuung (Ungarn)

Projektzusammenfassung: Ein mobiles Angebot in den drei Flüchtlingsaufnahmezentren Békéscsaba, Bicske und Debrecen bietet eine umfassende Betreuung speziell für gefolterte und traumatisierte Frauen, die aus Afrika nach Ungarn geflüchtet sind: psychosoziale Erstbetreuung, Hilfe im Asylverfahren, therapeutische Arbeit (insb. die Betreuung posttraumatischer Effekte), medizinisch-somatische Rehabilitierung, soziale Rehabilitierung. Zudem wird den Frauen geholfen, eine neue "GenderIdentität", ein neues Selbstbild von sich selbst und ihrem Körper in der neue erreichten Situation, zu entwickeln.
Würdigung und Begründung der Jury: Eine dreifach stigmatisierte Zielgruppe tritt in den Vordergrund: geflüchtet, weibliches Opfer, schwarz. Das Angebot ist interdisziplinär, mobil im vorübergehenden Heim der Frauen vor Ort, in deren Muttersprache, umfassend-flexibel, professionell und politisch. Überdies ist das Projekt zukunftsweisend und vorausschauend, da Ungarn noch kein großes Zielland für schwarzafrikanische Frauen ist. (Ein)Prägend wirkt die neu mögliche GenderIdentität – möge die Arbeit in höchstem Maß gelingen!
Ansprechperson: Dr. Lilla Hárdi
Telefon: +36-1-3491450
E-Mail: cordelia@chello.hu oder lilhardi@gmail.com

 

Nominierte Projekte (in alphabethischer Reihenfolge)

• ANDERS COOL Burschentraining ----- Buben und Burschen, Wien
• Berufliche Integration und Mentoring für Migrantinnen ----- gut ausgebildete MigrantInnen, Wien
• Betreuung und Integration von Kindern mit chronischen Erkrankungen ----- Kinder mit chronischen Erkrankgungen + Eltern, Wien
• Changing Perspective ----- Menschen mit Behinderungen, Ungarn
• ClearingPlus WUK ----- Jugendliche 13-24 mit psychischer Beeinträchtigung, Wien
• Der einzige Weg zur Integration ----- jugendliche Roma, Ungarn
• Deutsch für AsylwerberInnen ----- AsylwerberInnen + StudentInnen, Ktn
• Diakonie Interkulturelle Psychotherapie ----- AylwerberInnen + anerkannte Flüchtlinge, Wien
• Die Therapeutischen Gefährten ----- Kinder und Jugendliche aus schwierigen Familienverhältnissen, Wien
• Gratis-Bazar Am Schöpfwerk ----- BewohnerInnen vom Schöpfwerk, Wien
• KAMA – Kursangebote mit AsylwerberInnen, MigrantInnen und Asylberechtigten ----- AsylwerberInnen, Wien
• Programm „Aufnahmedorf“ ----- Obdachlose, Menschen in tiefster Armut, Ungarn
• Sozialpädagogische Langzeitrehabilitation ----- Menschen nach Schädel-Hirn-Trauma und Schlaganfall, OÖ
• Spezielle Betreuung von Kindern undMüttern im Kontext von Alleinerzieherinnen-Familien ----- asylwerbende Kinder + Mütter, Stmk
• Und es geht doch ----- Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte, Stmk
• Verein NINLIL ----- Frauen, Wien

 

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