Einsamkeit ist ein ernstes Problem in Großstädten, wo sich viele Menschen keine Freizeitaktivitäten leisten können. Das Magdolna-Viertel steht vor einer Reihe sozialer Herausforderungen, darunter zunehmende Gewalt im öffentlichen Raum, Drogenkonsum, Prostitution, extreme Armut, beengte Wohnverhältnisse, benachteiligte familiäre Hintergründe und Schulschwänzen. Diese Probleme verstärken sich gegenseitig. Die Schaffung eines offenen, sicheren Gemeinschaftsraums, in dem Menschen ohne Erwartungen miteinander in Kontakt treten können, könnte eine sinnvolle Entlastung bieten.
Dankó Courtyard
Projektträger: Rév8 Józsefvárosi Rehabilitációs és Városfejlesztési Zrt. / Rév8 Józsefváros Urban Development and Rehabilitation Company
Verantwortliche*r: Gyertyános Júlia
2026
Nominiert
HU
Öffentliche Verwaltung
Bildung
Soziales, Gesundheit
Lokale Entwicklung
Das Programm bietet eine Vielzahl kostenloser Aktivitäten, für die keine Anmeldung erforderlich ist und die allen offenstehen. Der Ort ist so gestaltet, dass er jederzeit einladend und inklusiv wirkt, und verfügt über einen Sportplatz, einen Grillplatz, Grünflächen und einen Gemeinschaftsgarten sowie organisierte Angebote. Sozialarbeiter mit sozialpädagogischem Hintergrund sind ständig vor Ort und stehen für Gespräche, Beratung oder ein Brettspiel zur Verfügung. Ein Quartierwächter sorgt während der Öffnungszeiten für Sicherheit.
Der Innenhof ist von April bis Oktober täglich geöffnet. Zwei Sozialarbeiter und ein Wachmann sind stets vor Ort. Ein Projektleiter leitet den Betrieb in enger Zusammenarbeit mit einem Projektkoordinator, der für operative Aufgaben und Personalangelegenheiten zuständig ist. Zu den monatlichen Aufgaben gehören Terminplanung, Programmgestaltung, Koordination und Außenvertretung. Das gesamte Kommunikationsteam von Rév8 wirkt ebenfalls an dem Projekt mit.
Es hat sich eine starke Gemeinschaft gebildet, mit regelmäßigen Besuchern aller Altersgruppen. Für die Bewohner kleiner Wohnungen im Stadtteil Magdolna fühlt sich der Innenhof wie ihr eigener Raum an. Die Besucher- und Programmteilnehmerzahlen sind von Jahr zu Jahr gestiegen. Im Jahr 2025 begannen die Besucher, eigene Programme zu organisieren, darunter eine Literaturtherapie-Sitzung. Das Wachstum durch Mundpropaganda gilt an sich schon als messbarer Erfolgsindikator.
Obwohl der Standort ein entscheidender Erfolgsfaktor ist, lässt sich das Modell auf andere Regionen übertragen, in denen ein vergleichbarer städtischer Raum zur Verfügung steht. Die Kombination aus freiem Zugang, vielfältigem Programmangebot, ständiger Anwesenheit von Sozialarbeitern und einer integrativen, nicht-institutionellen Atmosphäre schafft einen Rahmen, der sich übertragen lässt, um städtische Einsamkeit und soziale Benachteiligung in ähnlichen Stadtvierteln zu bekämpfen.