Die Slowakei verzeichnet eine der höchsten Abwanderungsraten von Fachkräften in der EU: 20 % der Studierenden entscheiden sich für ein Studium im Ausland. Die Region Trnava befindet sich in einer besonders schwierigen Lage: Obwohl sie drei Universitäten beherbergt, ist sie aufgrund ihrer Nähe zu Bratislava und Brünn lediglich eine Durchgangsstation. Absolventen verlassen die Region, weil traditionelle Instrumente wie Stipendien lediglich finanzielle Belange berücksichtigen und tiefere Bindungen außer Acht lassen. Ohne die Bindung von Talenten wird der Übergang der Region zu einer wissensbasierten Wirtschaft unmöglich sein.
KAMPUS
Projektträger: KIRA, n.o.
Verantwortliche*r: Veronika KáĨerová
2026
Nominiert
SK
Öffentliche Verwaltung
Bildung
Lokale Entwicklung
Dieses einjährige Programm arbeitet intensiv mit sechs Teilnehmern zusammen und verbindet Workshops zu Soft Skills, Design Thinking und praxisnahen Teamprojekten für die lokale Gemeinschaft mit individueller Betreuung, Networking und bezahlten Praktika in Partnerorganisationen. Die Studierenden sind Mitgestalter, nicht nur Teilnehmer – sie legen die Regeln für das Zusammenleben fest, gestalten die Programminhalte mit und schlagen echte Wurzeln in der Region, anstatt sich durch kurzfristige Anreize zum Bleiben motivieren zu lassen.
Strategisches Management, Partnerschaften und Finanzen werden von einem Programmmanager betreut. Ein Community-Koordinator überwacht den täglichen Betrieb und die Gruppendynamik. Ein Alumni-Koordinator, der derzeit ein Praktikum absolviert, kümmert sich um die Alumni-Community. Ein Social-Media-Manager ist für die Kommunikation zuständig. Ein Netzwerk aus professionellen Mentoren bietet individuelle Betreuung. KIRA leistet administrative und personelle Unterstützung.
Im Rahmen der Prozessevaluation werden die Qualität der Betreuung und die Zufriedenheit der Teilnehmer durch Feedbackrunden und Interviews erfasst. Die Ergebnisbewertung misst die Veränderungen der Kompetenzen anhand von Fragebögen zu Beginn und am Ende des Programms in sechs Bereichen. Die langfristigen Auswirkungen werden anhand von Erfolgsgeschichten ehemaliger Teilnehmer verfolgt – mehrere Absolventen bekleiden mittlerweile Positionen in der Regionalentwicklung und im gemeinnützigen Sektor. Das Programm formt die Studierenden zu aktiven Führungskräften, die in der Region einen Mehrwert schaffen, anstatt sie zu verlassen.
Das als universelles Konzept konzipierte Modell der öffentlich-privaten Partnerschaft – bei dem der private Sektor die Infrastruktur bereitstellt und die Kommunalverwaltung die Inhalte liefert – lässt sich auf jede europäische Universitätsstadt anwenden. Die Auswahlmethodik, die Mentoring-Struktur und der rechtliche Rahmen können auf andere Regionen übertragen werden. KIRA stellt dieses Modell als Open-Source-Know-how zur Verfügung und bietet strategische Beratung an, um anderen Regionen bei der Umsetzung als nachhaltiges Instrument der öffentlichen Politik zu helfen.