housing first österreich

Projektträger: BAWO - Wohnen für alle / BAWO - housing for all

Verantwortliche*r: Gerhard Schützinger

2024

1. Preis

AT

Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft

Herausforderung

Hohe Lebenshaltungskosten, ein umkämpfter Wohnungsmarkt und soziale Ausgrenzung machen Obdachlosigkeit für viele zu einer Gefahr. 20.000 Menschen sind als obdachlos registriert, doch fast doppelt so viele könnten davon bedroht sein. Obdachlosigkeit wird oft nur verwaltet, statt wirklich gelöst. Obwohl Österreich über einen starken Sektor für bezahlbaren Wohnraum verfügt, stellen die erforderlichen Vorlaufkosten für Menschen, die in Armut leben, eine erhebliche Hürde dar. 

Idee

Obdachlosigkeit endet mit einem Zuhause. Die Begünstigten von „housing first austria – arriving home“ (hfö) ziehen direkt in eine bezahlbare Wohnung mit eigenem Mietvertrag ein. Sozialarbeiter begleiten sie während des gesamten Prozesses. Die erforderlichen Vorlaufkosten, Kautionen, Umzugskosten und die Sozialarbeit werden aus Projektmitteln finanziert. hfö bekämpft Obdachlosigkeit durch wohnungsbezogene Inklusion und macht bezahlbaren Wohnraum für diejenigen zugänglich, die ihn am dringendsten benötigen. 

Akteur*innen

BAWO, der österreichische Dachverband der Obdachlosenhilfe, koordiniert das Projekt auf nationaler Ebene. Derzeit setzen 25 Nichtregierungsorganisationen hfö in ihren Regionen um. hfö arbeitet eng mit dem gemeinnützigen Wohnungsbau (GBVs) zusammen, um dort, wo Bedarf besteht, bezahlbare Wohnungen bereitzustellen. Über 70 GBVs stellen derzeit Wohnraum für unsere Klienten zur Verfügung. Das Projekt wird vollständig vom österreichischen Bundesministerium für Soziales (BMSGPK) finanziert und unterstützt. 

Wirkung

hfö wird 2.100 Menschen aus der Obdachlosigkeit befreien. Damit schafft das Projekt ein Modell, das das Potenzial hat, Obdachlosigkeit zu beenden. hfö hat eine dauerhafte Allianz zwischen Nichtregierungsorganisationen, der Wohnungswirtschaft und der Politik aufgebaut. Es hat den Weg zu einem inklusiveren Wohnungsmarkt geebnet und die Beseitigung der Obdachlosigkeit auf die nationale Agenda gesetzt. 

Transfer

In Österreich bietet BAWO Nichtregierungsorganisationen einen flexiblen Rahmen, um die „Housing First“-Prinzipien vollständig umzusetzen. Um „Housing First“ international zu etablieren, sind ein starker Sektor für bezahlbaren Wohnraum sowie Finanzmittel für Einstiegskosten und Sozialarbeit erforderlich. Politische Lobbyarbeit und der Aufbau von Bündnissen mit Wohnungsanbietern sind die ersten Schritte für Nichtregierungsorganisationen, die das „Housing First“-Modell umsetzen möchten.