Obwohl die verpflichtende Kindergartenpflicht neurotypische Kinder und Kinder mit Behinderungen oder neurodivergenten Bedingungen bereits ab dem Alter von drei Jahren zusammenbringt, fehlt den meisten Pädagog:innen das Wissen und die geeigneten Werkzeuge, um dieser Vielfalt gerecht zu werden. Behinderungen und neurodivergente Bedingungen sind in Lehrplänen häufig nicht ausreichend berücksichtigt, wodurch Lücken in der Selbstwahrnehmung, in sozialen Kompetenzen und in der Inklusion entstehen. Diese Defizite können später psychische Probleme, Mobbing, frühzeitigen Schulabbruch und ein erhöhtes Risiko der Kriminalisierung begünstigen.
Mini Diversity Explorers - inclusion through play
Projektträger: Egyesület az Inklúzióért - Association for Inclusion
Verantwortliche*r: Jelencsik-Mátyus Kinga
2026
Nominiert
HU
Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft
Diversität
Bildung
MDE stellt Pädagogen die Werkzeuge und das Wissen zur Verfügung, die sie benötigen, um inklusive Gemeinschaften für Kinder zu schaffen, die auf Selbstbewusstsein und gegenseitiger Unterstützung basieren. Das Toolkit bietet Lernmaterialien und Spiele für mindestens 30 Unterrichtseinheiten pro Jahr und lässt sich problemlos in bestehende Lehrpläne integrieren. Durch erfahrungsorientierte Spiele mit Kindern im Alter von 4 bis 8 Jahren leitet es einen gesellschaftlichen Wandel ein – es lehrt Kinder, einander zu akzeptieren und ihre Bildung mit einer inklusiven Einstellung anzugehen.
Die Psychologin und Spieltherapeutin Fruzsina Élő leitet das Projekt, und die Sonderpädagogin Györgyi Bokor-Bacsák leistet fachliche Unterstützung. Das Projektmanagement liegt in den Händen der Linguistin Kinga Jelencsik-Mátyus. Andrea Révayné Hajdú und Ágnes Fábián bringen ihre Fachkenntnisse im Bereich der frühkindlichen Bildung ein, während Zita Kismarty-Lechner für das Grafikdesign verantwortlich ist. Die Produktion erfolgt inklusiv bei Alfa Rehabilitációs Nonprofit Kft. durch Mitarbeiter mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit.
Eine Studie mit 400 Grundschülern, die ein auf Inklusion ausgerichtetes Brettspiel spielten, zeigte messbare positive Veränderungen in der Einstellung gegenüber Behinderung. Pädagogen, die MDE einsetzen, berichten von einem hohen Maß an Engagement und Beteiligung sowie von einer längeren Aufmerksamkeitsspanne. Das Thema wird nun bei Elternabenden diskutiert und wurde von anderen Einrichtungen übernommen. Es sind auch Anfragen nach Lehrerfortbildungen eingegangen, was die Wirksamkeit von MDE bei der Auseinandersetzung mit einem traditionell tabuisierten Thema bestätigt.
MDE wurde gemäß den ungarischen Bildungsvorschriften entwickelt und lässt sich problemlos an andere Kontexte anpassen. Auf Grundlage von Nutzer-Feedback können neue Figuren und Themen – wie sprachliche, kulturelle, gesundheitliche oder familiäre Vielfalt – hinzugefügt werden. Das Programm eignet sich gleichermaßen für den formalen Unterricht, außerschulische Angebote und Ferienlager. Eine Übersetzung für internationale Partner ist möglich, und dank der Berücksichtigung kultureller und sprachlicher Vielfalt im Programm ist es auch für ethnisch vielfältige Gruppen geeignet.