Gewalt in Paarbeziehungen ist in der Tschechischen Republik ein ernstes und zunehmendes Problem. Etwa ein Drittel der Frauen und 7 % der Männer sind davon betroffen, und in der Hälfte aller Fälle sind Kinder zu Hause Gewalt ausgesetzt. Diejenigen, die Gewalt miterleben, haben ein erhöhtes Risiko für psychische und körperliche Gesundheitsprobleme, Beziehungsprobleme, Suchterkrankungen und Lernschwierigkeiten. Außerdem neigen sie eher dazu, Gewalt als normal anzusehen und sie im späteren Leben fortzusetzen.
Stop Intergenerational Transmission of Violence
Projektträger: SPONDEA
Verantwortliche*r: Mariana Pech
2026
Nominiert
CS
Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft
Soziales, Gesundheit
Zahlreiche Studien belegen, dass die Arbeit mit gewalttätigen Menschen entscheidend dazu beiträgt, Gewalt in der Gesellschaft zu reduzieren. Das Programm „Wut ohne Gewalt“ hilft den Teilnehmenden, Auslöser für Wut zu erkennen und ihr psychisches Wohlbefinden zu stärken. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf der Vorbeugung übermäßiger psychischer Belastungen, dem Einüben von Konfliktmanagement sowie der Entwicklung der Fähigkeiten, die erforderlich sind, um bewusst und sicher mit Emotionen umzugehen. Das Programm wird kostenlos angeboten.
Der Leiter der Organisation leitet ein Team aus vier Psychologen und Therapeuten, die in einer flachen Hierarchie arbeiten. Ein Teammitglied ist speziell für die Zusammenarbeit mit den Partnern der Klienten zuständig. Die Therapie wird sowohl einzeln als auch in Gruppen angeboten, die von zwei Therapeuten gemeinsam geleitet werden. Intern arbeitet das Team mit dem Interventionszentrum und den Krisenhilfediensten zusammen, extern mit der Polizei, den Gerichten, den Jugendämtern und dem europäischen Netzwerk „Work with Perpetrators“.
Die Teilnehmer berichten, dass sie sich nach Abschluss des Programms besser fühlen und gesündere Beziehungen führen. Kinder profitieren von einem sichereren familiären Umfeld und einer positiveren Entwicklung. Die weiterreichende gesellschaftliche Wirkung des Programms besteht darin, die generationsübergreifende Weitergabe von Gewalt zu durchbrechen. Die Wirkung wird anhand von Fragebögen gemessen, die vor, während und nach dem Programm ausgefüllt werden. Die internationale Zusammenarbeit trägt dazu bei, die wirksamsten Ansätze zu ermitteln.
Die TEZA-Methode verbreitet sich. Jede Organisation kann sie durch gründliche Auseinandersetzung, gezielte Schulungen und schrittweise Umsetzung anwenden – bei Bedarf unter regelmäßiger Begleitung und kultureller Anpassung. Programme für gewalttätige Personen lassen sich über Regionen und Länder hinweg übertragen. Ein Interventionszentrum in der Region Liberec wurde bereits geschult, was den ersten Schritt zu einer breiteren Verbreitung darstellt.