Im Rahmen des Europäischen Grünen Deals hat sich Europa verpflichtet, bis 2030 zusätzlich 3 Milliarden Bäume zu pflanzen, doch die Fortschritte bleiben weit hinter diesem Ziel zurück. Zu den größten Hindernissen zählen ein Mangel an skalierbaren Renaturierungsinitiativen, die fortschreitende Bodendegradation, der Verlust der biologischen Vielfalt und die Auswirkungen des Klimawandels. Viele degradierte Gebiete sind schwer oder nur unter Gefahr zu erreichen, was die Bemühungen zusätzlich verlangsamt. Drohnentechnologie kann diese Einschränkungen überwinden und ermöglicht sichere und effiziente Renaturierungsarbeiten an ansonsten unzugänglichen Orten.
Project O2
Projektträger: MAGIC FOREST d.o.o.
Verantwortliche*r: Lara Vukasović
2026
Nominiert
HR, SL
Kommerzielles Unternehmen
Bildung
Umwelt
Lokale Entwicklung
Drohnen und speziell entwickelte „SeedBombs“ sanieren geschädigte Ökosysteme in schwer zugänglichen Gebieten – ohne schwere Maschinen, kostengünstiger und mit geringeren Auswirkungen auf die Umwelt. Durch Bildungs- und Mitmachaktionen werden lokale Gemeinschaften und benachteiligte Gruppen einbezogen, wodurch das Umweltbewusstsein und die Verantwortung gestärkt werden. Das Modell, das derzeit in fünf europäischen Ländern zum Einsatz kommt, soll bis 2026 auf zwei weitere Länder ausgeweitet werden.
Ein Team aus interdisziplinären Wissenschaftlern, Förstern und Ökologen ist für Standortuntersuchungen, Artenbewertung, Saatgutauswahl und Überwachung zuständig. An der Herstellung von SeedBomb sind sowohl festangestellte Mitarbeiter als auch marginalisierte Gruppen beteiligt, darunter Roma und Veteranen, die saisonal beschäftigt werden. Drohnenpiloten koordinieren Flüge und den Luftraum, und ein Logistik- und Community-Team arbeitet mit Schulen, Kindergärten und lokalen Vereinen zusammen. Externe Partner in Slowenien, Österreich, Deutschland, Frankreich, Serbien, Bosnien und Irland unterstützen die Marktexpansion.
Indem das Projekt Bürger, Kommunalbehörden, Schulen, die Zivilgesellschaft und Unternehmen im Bereich der Renaturierung zusammenbringt, fördert es Vertrauen, Zusammenarbeit und gemeinsames Handeln. Gemeinsame Aktivitäten vor Ort schaffen langfristige Partnernetzwerke, die über einzelne Projekte hinausreichen und so die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden stärken. Die Wirkung wird anhand der Anzahl der Partner und lokalen Kooperationen, der Wiederholung langfristiger Zusammenarbeit mit denselben Gemeinden und der daraus entstehenden neuen Initiativen gemessen.
Das Modell ist vollständig skalierbar und lässt sich an vielfältige ökologische, soziale und infrastrukturelle Gegebenheiten anpassen. Es wurde bereits erfolgreich in Kroatien, Slowenien und im Kosovo umgesetzt, und derzeit laufen Kooperationsprojekte in Österreich, Deutschland, Serbien und Montenegro. Die im Modell verwendeten Drohnenmethoden, die SeedBomb-Technologie und der partizipative, gemeinschaftsorientierte Ansatz lassen sich ohne Einbußen bei der Wirksamkeit auf unterschiedliche Umgebungen übertragen und an lokale Ökosysteme, die Bedürfnisse der Bevölkerung sowie institutionelle Rahmenbedingungen anpassen.