Ministry of Love and Empathy

Projektträger: Juhász Nóra // Nora Juhász

Verantwortliche*r: Juhász Nóra

2026

Nominiert

HU

Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft

Herausforderung

Zwei strukturelle Probleme laufen hier zusammen: Der Abbau der ungarischen Sozialsysteme, die zunehmende Polarisierung und die politische Instrumentalisierung sozialer Themen haben dazu geführt, dass ein Großteil der Gesellschaft mit drängenden Problemen allein gelassen wird. Gleichzeitig erschwert eine tiefe kulturelle Kluft zwischen der zeitgenössischen Kunstszene und der breiten Öffentlichkeit das gemeinsame Engagement für gesellschaftlich relevante Themen.

Idee

Das „Ministerium für Liebe und Empathie“ stellt sich eine Regierungsbehörde vor, der das Wohlergehen der Menschen wirklich am Herzen liegt. Eine Online-Plattform und eine physische Ausstellung laden die Besucher*innen zu Rollenspielszenarien ein, die sich mit Fragen an der Schnittstelle zwischen persönlicher und gesellschaftlicher Erfahrung auseinandersetzen – Themen, für die keine institutionelle Verantwortung besteht. Da das Projekt bewusst außerhalb traditioneller Kunsträume realisiert wurde, bleibt es auch über die Kunstszene hinaus zugänglich.

Akteur*innen

Die Künstlerin Nóra Juhász ist für das kreative Konzept, das Projektmanagement sowie die Entwicklung von Online-Plattformen und Installationen verantwortlich. Der Kurator Balázs Fodor organisiert Veranstaltungen und kümmert sich um die Kommunikation mit der Community sowie um die Dokumentation. Zsolt Dér ist als konzeptioneller Berater tätig und leitet den Betrieb vor Ort sowie die Vermittlung während der Ausstellungen.

Wirkung

Mehrere tausend Besucher nahmen das Angebot des Ministeriums wahr, viele davon kamen wiederholt und brachten weitere Besucher mit – ein Zeichen für starkes persönliches Engagement und eine große Wirkung auf die Gemeinschaft. Anhaltende Anfragen zur Wiedereröffnung deuten auf eine beständige Nachfrage hin. Professionelle Anfragen und Kooperationswünsche aus dem Kunstsektor, darunter von Kuratorstudenten der Ungarischen Universität der Bildenden Künste, bestätigen sowohl die gesellschaftliche als auch die fachliche Verankerung.

Transfer

Das Projekt, das ursprünglich auf Englisch entwickelt wurde und online frei zugänglich ist, ist von Natur aus international ausgerichtet. Institutionelle Fiktion, Rollenspiele und emotionale „Verwaltung“ greifen auf universelle Erfahrungen zurück, die über regionale Grenzen hinweg gelten. Die Online-Plattform, das Format des physischen Kundenservices, die Veranstaltungsstrukturen und die partizipativen Verfahren passen sich flexibel an unterschiedliche lokale Kontexte an, behalten dabei jedoch ihren kritischen und gemeinschaftsorientierten Charakter bei.