Die Mainstream-Medien produzieren zunehmend schnelle, oberflächliche Inhalte, die eher auf PR als auf Journalismus basieren. Dies untergräbt die Medienkompetenz und das kritische Denken, insbesondere bei jungen Menschen. Eine fundierte Kulturberichterstattung ist fast vollständig verschwunden, wobei die nicht-institutionelle Kultur besonders gefährdet ist. Medienkompetenz wird im Bildungswesen weiterhin vernachlässigt, was junge Menschen anfällig für Informationsüberflutung macht und ihre Fähigkeit beeinträchtigt, sich sinnvoll in die Gesellschaft einzubringen.
Kulturpunkt.hr
Projektträger: Kurziv – Platforma za pitanja kulture, medija i društva / Kurziv – Platform for Matters of Culture, Media and Society
Verantwortliche*r: Ivana Pejić
2026
Nominiert
HR
Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft
Bildung
Kunst, Kultur
Kulturpunkt ist eine Medienplattform, die von der unabhängigen Kulturszene, der sie dient, ins Leben gerufen wurde. Sie basiert auf der Überzeugung, dass Kultur eine entscheidende Rolle bei der Schaffung einer gerechteren und inklusiveren Gesellschaft spielt. Sie berichtet täglich über kulturelle Produktionen und aktivistische Initiativen und bietet kritische, fundierte Einblicke in unterrepräsentierte Themen. Darüber hinaus fördert sie kritisches Denken und bürgerschaftliches Engagement, indem sie mit jungen Menschen zusammenarbeitet und Bildungsressourcen bereitstellt.
Ein Redaktionsteam koordiniert die Arbeit in der Redaktion und legt die redaktionelle Ausrichtung fest, unterstützt von über 100 externen Mitwirkenden mit unterschiedlichem beruflichen und generationsübergreifendem Hintergrund. Neben den Mitarbeitern, die für die Verbreitung und den technischen Support zuständig sind, ist die Einbindung neuer Stimmen ein wesentlicher Bestandteil. Junge Autoren werden über ein Bildungsprogramm gewonnen, das ihnen betreute Arbeit und erste berufliche Erfahrungen in den Medien bietet. Dies gewährleistet die langfristige Erneuerung des Autorenstamms.
Das Projekt erhöht die Sichtbarkeit unabhängiger Kultur, fördert die kritische Auseinandersetzung und stärkt die Stimmen junger und unterrepräsentierter Menschen. Bildungsprogramme schaffen eine Wissensinfrastruktur, die nachhaltig ist und über marktorientierte Medien hinausbesteht. Die Wirkung wird anhand der Vielfalt der Mitwirkenden, des langfristigen Engagements, des Feedbacks der Community und der Kontinuität der Arbeit gemessen, wobei der Schwerpunkt auf einem dauerhaften Beitrag zum öffentlichen Interesse liegt und nicht auf kurzfristigen Kennzahlen.
Obwohl sie in der unabhängigen Kulturszene Kroatiens verwurzelt sind, lassen sich die Kernansätze auf andere Kontexte übertragen. Dazu gehören das Verständnis von Kultur und Medien als öffentliche Güter, die Einbindung kritischer Reflexion und Bildung als Instrumente zur Stärkung der Eigenverantwortung sowie die begleitete Einbindung neuer Stimmen. Diese Ansätze wurden bereits in einem europäischen Online-Pilotprojekt erprobt. Ebenso lassen sich Formate, die komplexe Themen einem vielfältigen Publikum zugänglich machen, an andere lokale und regionale Kontexte anpassen.