SWAP FESTIVAL: Circular revolution against waste

Projektträger: SWAP Prague

Verantwortliche*r: Lucie Poubová

2026

Nominiert

CS

Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft

Herausforderung

Das Projekt steht vor drei zentralen Herausforderungen: In ökologischer Hinsicht werden in der Tschechischen Republik jährlich 210.000 Tonnen Textilien weggeworfen, obwohl der Abfallvermeidung zwar Priorität eingeräumt wird, diese jedoch vernachlässigt wird. In gesellschaftlicher Hinsicht herrscht das „Kaufen-und-Wegwerfen“-Modell vor – den Prager*innen, die in dicht besiedelten Wohngebieten leben, fehlen die Möglichkeiten, Gegenstände wieder in Umlauf zu bringen, abgesehen von der Mülltrennung. Darüber hinaus verschwinden gemeinschaftliche Räume für alle Altersgruppen, was die soziale Isolation noch verschärft.

Idee

Da die Nutzungsrate von Textilcontainern unter 40 % liegt, fördert das Projekt die Abfallvermeidung, indem es das Kreislauf-Tauschmodell mit der Aktivierung der Gemeinschaft verbindet. SWAP Prague veranstaltet ein professionelles Festival, das der Fast Fashion Konkurrenz macht, und fungiert als Inkubator, indem es lokale Organisatoren schult und Know-how weitergibt. Eine zentrale Kommunikationsplattform und eine Mapotic-Karte verbinden das gesamte Veranstaltungsnetzwerk und ersetzen anonyme Container durch eine lebendige Gemeinschaft.

Akteur*innen

Lucie Poubová, Kristýna Holubová und Ivana Špačková leiten das Projekt und werden dabei von externen Experten unterstützt. SWAP Prague fungiert als zentrale Drehscheibe, die für Medienpräsenz und Kampagnenarbeit sorgt, während geschulte lokale Organisatoren ihre eigenen Veranstaltungen und Freiwilligenteams eigenständig leiten. Das Institut für Kreislaufwirtschaft stellt sein Fachwissen im Bereich Daten zur Verfügung. Dieses dezentrale Modell ermöglicht eine effiziente Skalierung, ohne die Kapazitäten des Kernteams zu überlasten.

Wirkung

Eine Wiederverwendungsquote vor Ort von 80 % reduziert den CO₂-Fußabdruck durch Transport und Abfallentsorgung drastisch. Was die sozialen Auswirkungen angeht, fördert das Projekt einen Verhaltenswandel vom passiven Konsum hin zum aktiven Teilen, gemessen an der Zahl der engagierten Freiwilligen, der geschulten Leiter und der etablierten Gemeinschaften. Die systematische Datenerhebung unter Verwendung der INCIEN-Methodik liefert Statistiken, die derzeit selbst auf Landesebene fehlen, und belegt damit die konkreten ökologischen und sozialen Auswirkungen des Projekts.

Transfer

Dank der flexiblen Methodik der Swap Academy lässt sich das Festival an jeden Kontext anpassen, von Bürokomplexen bis hin zu Gemeindezentren in Kleinstädten. Das gesamte System ist übertragbar, einschließlich des betrieblichen Know-hows, der visuellen Identität, der Kommunikation und des digitalen Tools „Find a SWAP“. SWAP Prague expandiert derzeit in regionale Städte und bereitet ein Franchise-Paket vor. Es entwickelt sich zu einem anerkannten Modell für Städte, die nach gemeinschaftsorientierten, menschenzentrierten Lösungen für die Abfallwirtschaft suchen.