Gehörlose, schwerhörige, blinde oder sehbehinderte Menschen haben in Slowenien nur sehr eingeschränkten Zugang zur Filmkultur. Barrierefreie Filmvorführungen sind selten und finden nur sporadisch statt; zudem konzentrieren sie sich auf Ljubljana, sodass kleinere Städte unterversorgt bleiben. Es gibt keine nachhaltigen systemischen Lösungen wie regelmäßige Programme, eine offene Datenbank und klare Standards, und marginalisierte Gemeinschaften haben kaum Einfluss auf die Gestaltung kultureller Räume.
Cinema without barriers - Slovenia
Projektträger: Notranjski regijski park / Public Institute Notranjska Regional Park
Verantwortliche*r: Gregor Janežič
2026
Nominiert
SL
Öffentliche Verwaltung
Diversität
Lokale Entwicklung
Kunst, Kultur
Regelmäßige Filmvorführungen mit Audiodeskription, beschreibenden Untertiteln und Gebärdensprachdolmetschung machen Filmkultur über Ljubljana hinaus auch in kleineren Städten und ländlichen Gebieten zugänglich. Schulungen für Kinomitarbeiter und die Zusammenarbeit mit Organisationen, die marginalisierte Gruppen vertreten, schließen Wissenslücken. Eine offene Datenbank mit barrierefreien Filmen, eine Fachkonferenz und ein Handbuch mit bewährten Verfahren sorgen für langfristige Lösungen, wobei die Gemeinden als aktive Mitgestalter einbezogen werden.
Ein freiberuflicher Koordinator leitet die Entwicklung, Koordination und Auswertung der Inhalte. Drei Programmkinos in Cerknica, Radovljica und Celje beteiligen sich an dem Projekt; deren Mitarbeiter sind für barrierefreie Filmvorführungen geschult. Je nach Projekt werden Experten für Audiodeskription, Untertitelung und slowenische Gebärdensprache sowie Diskussionsmoderatoren hinzugezogen. Lokale Organisationen, die Gehörlosen- und Blindenverbände vertreten, fungieren während des gesamten Projekts als Berater und Mitgestalter.
Gehörlose, schwerhörige, blinde und sehbehinderte Menschen erhalten einen besseren Zugang zum kulturellen Leben, wodurch soziale Isolation verringert und lokale Gemeinschaften gestärkt werden. Das Projekt treibt einen Wandel in der Kinopraxis voran, indem es Barrierefreiheit zu einem Standard im Programmangebot macht und nicht mehr als Ausnahme betrachtet. Die Wirkung wird anhand von barrierefreien Vorführungen, der Besucherzahl der Zielgruppen, geschultem Personal, Partnerorganisationen sowie Zuschauerbefragungen und Veranstaltungsbewertungen gemessen.
Ein regelmäßiges barrierefreies Programmangebot, Mitarbeiterschulungen, die Zusammenarbeit mit der lokalen Gemeinschaft und eine offene Datenbank bilden ein modulares, übertragbares Modell, das sich an andere Regionen anpassen lässt. Der ganzheitliche Ansatz zur Einbeziehung des Publikums lässt sich nahtlos auf andere Bereiche der darstellenden Künste – Theater, Tanz und Performance – übertragen, in denen die Barrierefreiheit für gehörlose, schwerhörige, blinde und sehbehinderte Zuschauer nach wie vor sehr begrenzt ist.