Einkommensschwache Familien, die unter schlechten Wohnbedingungen leben und hohe Nebenkosten tragen müssen, sind strukturell von staatlichen Sanierungszuschüssen ausgeschlossen. Zu den Hindernissen zählen fehlende Eigenmittel, eingeschränkter Zugang zu Informationen und Unterstützung, komplexe Verwaltungsabläufe, Anforderungen an die Nachfinanzierung sowie rechtliche Hürden. Gerade diejenigen, die Unterstützung am dringendsten benötigen, können diese nicht in Anspruch nehmen. Es bedarf eines Modells aus einer Hand, um diese Hindernisse zu beseitigen und sicherzustellen, dass die Wohnungssanierung wirklich für alle zugänglich ist.
Family Village Program
Projektträger: HFH International Hungary Nonprofit Kft.
Verantwortliche*r: Kertész Ágnes
2026
Nominiert
HU
Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft
Armut
Soziales, Gesundheit
Recht, Gerechtigkeit
Ein „One-Stop“-Unterstützungsmodell geht finanzielle, administrative und soziale Hindernisse bei der Beantragung von Zuschüssen für Wohnungsrenovierungen auf umfassende und integrierte Weise an. Habitat prüft die Anspruchsberechtigung, leistet administrative und planerische Unterstützung, vorfinanziert Investitionen und bietet während des gesamten Prozesses persönliche Betreuung an. Die Innovation liegt in der Vermittlerrolle von Habitat, die die Lücke zwischen dem Unterstützungssystem und bedürftigen Familien schließt und sicherstellt, dass bestehende staatliche Ressourcen denjenigen zugänglich sind, die sie am dringendsten benötigen.
„Habitat for Humanity Ungarn“ führt das Programm mit einem kleinen, engagierten Team durch. Der Koordinator für das Feldprogramm ermittelt Haushalte, prüft deren Förderungsberechtigung, unterstützt sie bei der Einhaltung der Auflagen und begleitet die Kunden durch die banktechnischen, rechtlichen und administrativen Prozesse. Ein Projektleiter vor Ort koordiniert die Renovierungsplanung, die Bauunternehmer und die Qualitätskontrolle. Ergänzt wird das Team durch Mitarbeiter in den Bereichen Management, Finanzen, Fundraising und Kommunikation, die sich um Informationsmaterialien und die Programmwerbung kümmern.
Die Wohnverhältnisse verbessern sich, der Energieverbrauch sinkt und die finanzielle Stabilität nimmt zu. Mittelfristig gewinnen die Haushalte mehr Vertrauen in die Institutionen und fühlen sich sicherer im Umgang mit den verfügbaren Hilfsangeboten. Die Wirkung wird anhand der beteiligten und renovierten Haushalte, der Art der Maßnahmen und der Veränderungen beim Energieverbrauch gemessen, ergänzt durch Fallstudien und Rückmeldungen. Die aus dem Programm gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in systemische politische Analysen und Empfehlungen ein.
Das Modell wurde auf nationalen und internationalen Foren zu den Themen Energiearmut, Gebäudesanierung und soziale Klimapolitik vorgestellt und hat in Fach- und Politikkreisen Anerkennung gefunden. Es ist in einer EU-Sammlung bewährter Verfahren im Zusammenhang mit dem Sozialen Klimafonds enthalten und dient als Referenz für die Zivilgesellschaft, Forscher, Kommunalverwaltungen und politische Entscheidungsträger, die Sanierungsprogramme für bedürftige Haushalte konzipieren.