KLIK - Cooperative-Led Energy and Climate OSS

Projektträger: KLIK, energetska zadruga

Verantwortliche*r: Martina Nemčić

2026

Nominiert

HR

Kommerzielles Unternehmen

Herausforderung

Benachteiligte Haushalte bleiben in der Regel passiv oder werden ausgegrenzt, da die Energiewende von Institutionen und Märkten vorangetrieben wird. Energiearmut, Klimariskenexposition und komplexe Verwaltungsabläufe verschärfen die Ungleichheiten. Lokale Gemeinschaften verfügen selten über die Kapazitäten, innovative Energieprojekte zu entwickeln. Was benötigt wird, ist ein demokratischer Ansatz, bei dem die Bürger Verantwortung für Wissen, Informationen und den gesellschaftlichen Nutzen der Energiewende übernehmen.

Idee

Ein physisch vorhandenes, genossenschaftlich geführtes Energie- und Klimabüro bietet kostenlose, kontinuierliche und unabhängige Unterstützung – von ersten Fragen zu erneuerbaren Energien, Energieeinsparung und Haussanierung bis hin zur Umsetzung und Finanzierung. Energiearme Haushalte erhalten praktische Hilfe beim Zugang zu Fördermitteln und bei der Bewältigung von Verwaltungsangelegenheiten, ohne dabei ein finanzielles Risiko einzugehen. Die Energiewende wird so zu einem kollektiven Prozess statt zu einer individuellen Marktentscheidung, wodurch Ungleichheiten abgebaut und die lokale Klimaresilienz gestärkt werden.

Akteur*innen

Ein Genossenschaftsleiter, ein Projektleiter und ein Projektmitarbeiter leiten das Büro gemeinsam und kümmern sich um den Betrieb, die Aktivitätenplanung, die Bürgerbeteiligung, die Interessenvertretung sowie die Projektentwicklung in Zusammenarbeit mit nationalen und EU-Partnern. Energieberater, Planer und Bauunternehmer werden bei Bedarf für Energieanalysen, die Erstellung technischer Unterlagen, die Projektumsetzung und Informationsworkshops hinzugezogen.

Wirkung

Die Lebensbedingungen verbessern sich, die Energiekosten sinken und die Energiedemokratie gewinnt sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gemeinden an Bedeutung. Bürger, die sonst von der Energiewende ausgeschlossen wären, erhalten Zugang zu kollektiven Maßnahmen und entwickeln Vertrauen in diese. Die Fortschritte werden anhand der beratenen Haushalte, der abgeschlossenen Sanierungen, der Energieeinsparungen und der CO₂-Reduzierung sowie anhand einer qualitativen Bewertung der Selbstbestimmung und des Vertrauens gemessen. In Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz wird besonders auf schutzbedürftige Gruppen geachtet.

Transfer

Das Modell orientiert sich an den allgemeinen Bedürfnissen der Bürger und nicht an spezifischen regionalen Gegebenheiten, wodurch es sich sehr gut übertragen lässt. Die kooperative Regierungsführung, die Funktion des Büros als Anlaufstelle für die Gemeinschaft, die Methoden zur Bürgerbeteiligung sowie die Verknüpfung von Sozial- und Energiepolitik lassen sich gut auf andere Orte übertragen. Die kooperative Struktur verbindet professionelle Arbeit, ehrenamtliches Engagement und die Reinvestition von Überschüssen, um jene zu erreichen, die von marktbasierten Ansätzen systematisch benachteiligt werden.