Women’s Trade Union School

Projektträger: Baza za radničku inicijativu i demokratizaciju; Organization for Workers Initiative and Democratization

Verantwortliche*r: Baza za radničku inicijativu i demokratizaciju (BRID)

2026

Nominiert

HR

Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft

Herausforderung

Frauen sind in Gewerkschaften nach wie vor unterrepräsentiert und haben weniger Einfluss, und am Arbeitsplatz besteht weiterhin eine Ungleichbehandlung der Geschlechter. Trotz formaler Rechte sind niedrigere Löhne, begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten, Diskriminierung und Gewalt nach wie vor an der Tagesordnung. Den Gewerkschaften fehlen das Wissen und die internen Kapazitäten, um diese Probleme systematisch anzugehen, und den Arbeitnehmerinnen fehlen sichere Räume, in denen sie ihre Erfahrungen austauschen können. Infolgedessen wird die Ungleichheit gerade innerhalb jener Institutionen reproduziert, die eigentlich dazu bestimmt sind, ihr entgegenzuwirken.

Idee

Ziel ist es, Frauen das Wissen, die Fähigkeiten und die Unterstützung zu vermitteln, die sie benötigen, um eine aktive Rolle in Gewerkschaften und am Arbeitsplatz zu übernehmen. Durch Schulungen, den Austausch unter Gleichgesinnten und praktische Übungen lernen die Teilnehmerinnen, Diskriminierung zu erkennen, sich für Veränderungen einzusetzen und sich an kollektiven Aktionen zu beteiligen. Gleichzeitig stärkt das Programm die Gewerkschaften, indem es eine geschlechtsspezifische Perspektive in ihre Strategien und Praktiken einbringt und Maßnahmen gegen Belästigung sowie die Schaffung sicherer Räume für Frauen fördert.

Akteur*innen

Ein interdisziplinäres Team deckt die Bereiche Feminismus, gewerkschaftliche Organisierung, Soziologie und öffentliche Politik ab. Marija Ćaćić leitet den Bereich Methodik und betreut die Trainer*innen; Jelena Ostojić entwickelt theoretische Module zu Arbeit und Gender; Snježana Ivčić befasst sich mit prekären Arbeitsverhältnissen und Gesundheitsrechten; Bruna Nedoklan leitet Module zu geschlechtsspezifischer Gewalt; Petra Ivšić koordiniert die Feldarbeit mit den Gewerkschaften; Ana Vračar ist für die Gesamtkoordination, Logistik, Evaluierung und Berichterstattung zuständig.

Wirkung

Die Beteiligung von Frauen in Gewerkschaften nimmt zu, Fragen der Geschlechtergleichstellung gewinnen an Sichtbarkeit, und das Arbeitsumfeld wird sicherer. Langfristig werden Gewerkschaften in der Lage sein, auf Diskriminierung und Gewalt zu reagieren. Die Wirkung wird anhand der Teilnehmerzahl, der beteiligten Sektoren und Gewerkschaften, der Ergebnisse von Feedback-Umfragen zu Wissen und Selbstvertrauen, der Anzahl der innerhalb der Organisationen eingeleiteten Initiativen sowie der Analyse von Veränderungen in der Gewerkschaftspolitik und -praxis gemessen.

Transfer

Das Projekt wurde als flexibles Modell konzipiert, das sich an verschiedene Sektoren, Regionen und nationale Gegebenheiten anpassen lässt, und verbindet gewerkschaftliche Strukturen mit feministischer und interdisziplinärer Expertise. Gewerkschaften sind zwar vor Ort präsent, verfügen jedoch nur über begrenzte Kapazitäten, während externe Expert*innen zwar über das nötige Wissen verfügen, ihnen aber Netzwerke fehlen. Das Programm schließt diese Lücke. Mit der Unterstützung des EPSU bietet das Modell ein großes Potenzial für die Anwendung in anderen europäischen Ländern und Kontexten.