Humana Nova – Inclusive Circular Economy

Projektträger: Socijalna zadruga Humana Nova, Social Cooperative Humana Nova

Verantwortliche*r: Karolina Kraljić

2026

Nominiert

HR

Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft

Herausforderung

Strukturelle Schwächen hindern Menschen mit Behinderungen und andere schutzbedürftige Gruppen daran, am offenen Arbeitsmarkt teilzunehmen, und beschränken sie stattdessen auf separate, befristete oder geschützte Beschäftigungsmodelle. Der Textilsektor verursacht erhebliche Umweltkosten und zeigt nur begrenztes soziales Verantwortungsbewusstsein. Die institutionelle Kluft zwischen Sozialpolitik und Marktsystemen führt dazu, dass Inklusion von Subventionen abhängig ist. Humana Nova hingegen verbindet inklusive Beschäftigung, soziale Unterstützung und eine zirkuläre Textilproduktion zu einem marktgetragenen System.

Idee

Humana Nova organisiert die gesamte textile Wertschöpfungskette, von der Sammlung bis zum Verkauf, und passt sie an unterschiedliche Arbeitsfähigkeiten an. Unser Kreislaufmodell umfasst Upcycling, industrielle Putzlappen und Verpackungen aus Filz, wodurch Abfall reduziert und Mehrwert geschaffen wird. Bei der Produktion kommen lokal bezogene und recycelte Materialien zum Einsatz. Soziale Unterstützung und Arbeitsanpassungen sind in die täglichen Abläufe integriert, ebenso wie Workshops, die das ökologische und soziale Bewusstsein fördern.

Akteur*innen

Die genossenschaftliche Unternehmensführung verbindet demokratische Entscheidungsfindung mit einem marktorientierten Geschäftsansatz. Die Versammlung und der Aufsichtsrat sorgen für Transparenz, während ein Geschäftsführer die operative Leitung innehat. Die Teams sind für die Produktion, die Entsorgung von Textilabfällen, einen Secondhand-Laden, den B2B-Vertrieb sowie die Bereiche Finanzen und Personal zuständig – alles unter starker sozialer Unterstützung. Die Arbeitsabläufe werden individuell angepasst, um benachteiligte Menschen in alle Prozesse einzubeziehen. Marketing und Design werden extern abgewickelt.

Wirkung

Von den 59 Beschäftigten haben 34 eine Behinderung und 20 gehören anderen benachteiligten Gruppen an. Die langfristige Integration in den ersten Arbeitsmarkt senkt die Arbeitslosigkeit und erhöht die finanzielle Unabhängigkeit. Die Beschäftigungsstabilität wird quantitativ überwacht, während individuelle Förderpläne und Rückmeldungen die qualitativen Ergebnisse erfassen. Das Modell verändert zudem die Wahrnehmung der Beschäftigungsfähigkeit benachteiligter Gruppen und hat dazu beigetragen, dass 5.000 Tonnen Textilien nicht entsorgt werden mussten.

Transfer

Inklusive Beschäftigung, an unterschiedliche Fähigkeiten angepasste Arbeit, integrierte soziale Unterstützung und die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft lassen sich regionen- und branchenübergreifend umsetzen. Das Modell berücksichtigt lokale Gegebenheiten und gesetzliche Vorschriften, ohne dabei seine Kernlogik aus den Augen zu verlieren. Das strategische Ziel von Humana Nova ist es, das Modell als Franchise-Konzept weiterzuentwickeln.